Dienstag, 23. November 2010

Rückkehrer/innentreffen: Die Armen hat Gott auserwählt!

Kürzlich gab es in Salzburg ein Rückkehrertreffen von Entwicklungshelfern. Da waren richtige Urgesteine, 10 Jahre Papua Neuguinea in den 70ern und so. Die jungen Missionare sollten ihre Erfahrungen kurz vorstellen: 10 Wörter, ein Symbol. Ich hab meine 10 Wörter auf 2 Bibelverse verteilt ;-)


Manchmal war ich in Bolivien angesichts des Elends, etwa der hohen Kindersterblichkeit, an einem Punkt, an dem man leicht hätte verzweifeln können. Da hab ich oft an 2 Verse aus der Bibel gedacht:
Ein Segen sollst du sein (Gen 12,2). Genau das ist es. Ich bin gerade bei diesen konkreten Menschen um ein Segen für sie zu sein. Retten kann ich sie nicht- denn wirklich retten kann nur Jesus Christus. Wie wir wissen ist der materielle Wohlstand auch nicht identisch mit dem wahren Glück des Menschen. Und doch ist das Elend ein Skandal gegen den ich kämpfen muss. 
So wurde ich mir bewusst: retten im umfassenden Sinn kann ich die Menschen nicht, aber das gerade ich bei ihnen bin, ihnen beistehen kann, zum Arzt bringen, die Frohe Botschaft verkünden, vielleicht sogar ein Haus bauen oder eine Ausbildung zahlen kann, dass hat einen Sinn. Und das große Leid wird dadurch vielleicht etwas kleiner. 
Und dann merkt man wieder, auch unter den schlimmsten Umständen: Die Armen in der Welt hat Gott auserwählt (Jak 2,5)!
Diese Menschen haben einen solch starken glauben, ein so großes Vertrauen auf Gott und auch ein so großes Bedürfnis nach Gott, dass man, ohne lange nach Gründen für die Richtigkeit dieses Verses zu suchen, sagen muss: er stimmt! Wenn eine alleinerziehend Mutter von 8 Kindern am Abend sagt: "Danke, dass wir diesen Tag wieder überlebt haben und zu essen hatten",  dann fühlt man sich ganz plötzlich nicht mehr als Lehrer, sondern als Belehrter in Sachen glauben. Dafür bin ich ungemein dankbar.
Als Symbol habe ich meine Abarcas, meine traditionellen Ledersandalen mit einer Gummireifensole ausgesucht. Sie stehen dafür, dass wir immer unterwegs waren. Wir haben nicht  im Pfarrhof darauf gewartet was passiert, sondern sind raus zu den Leuten gegangen, haben in ihren Hütten in der Hängematte geschlafen haben, Chicha getrunken, spontane kleine Wortgottesdienste gefeiert haben und mit ihnen Pläne gemacht, wie das Leben besser werde könnte.

Mehr dazu auf meinem BolivienBlog: ofmbolivien.blogspot.com
Unterwegs im Barrio 27° de Mayo- bei den Hausbesuchen schließen sich uns viele Kinder an

1 Kommentar:

Yon hat gesagt…

Meine Bewunderung!

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