Sonntag, 15. Mai 2011

Papa für alle Völker- Paul VI

Als ich am Flugplatz von Bombay gelandet war, mußten wir bis zu dem Ort, wo der Kongreß stattfand, zwanzig Kilometer zurücklegen. Eine ungeheure, unzählbare Menge säumte dicht gedrängt, schweigend und unbeweglich die Straße - fromme und arme Menschen, hungrig, unterdrückt, halbnackt, aber genau beobachtend, wie man sie nur in Indien sieht. Ich mußte sie pausenlos segnen. Ein befreundeter Priester an meiner Seite hat, glaube ich, gegen Ende meinen Arm gestützt, wie der Knecht den des Moses. Dennoch fühlte ich mich nicht überlegen, sondern als Bruder: niedriger als alle, weil mit der Verantwortung für alle beladen. Ich meine, das Bewußtstein Vater zu sein, ist das Wesentliche eines Papstes...."Im Leben eines Papstes...gibt es keinen Augenblick der Ruhe und der Entspannung, und die Vaterschaft wie Sohnschaft sind niemals unterbrochen."

Dialog mit Paul VI, Jean Guitton, Molden 1967, Seite 37f
Wenig Bücher geben einen so tiefen ein Blick in das Leben eines Papstes- dieses war das erste seiner Art überhaupt, noch dazu von Jean Guitton, der uns so manche Prachtlektüre liefert, bis ins hohe Alter (Gott und die Wissenschaft (*****= fünf Sterne), Mein Jüngstes Gericht- voll funkelndster Ironie, kurz bevor er mit 97 starb). 

 Paul VI in Indien

Keine Kommentare:

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails