Dienstag, 5. Juni 2012

Katholisches im Evangelischen Verständnis: Medienanalyse ideaSpektrum

Einführung


Die Katholische und die Evangelische Lebenswelt ist in vielen Dingen viel unterschiedlicher als man meine möchte. 
Gleiche Wörter können etwas ganz unterschiedliches bedeuten. Gnade, Kirche, Abendmahl etc. sind nun mal keine eindeutigen Begriffe.


Um so interessanter ist es, die Sicht des Anderen auf das Meinige zu erforschen. Daher habe ich nun das Magazin idea Spektrum, Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt, Evangelischen Nachrichtenagentur abonniert. Ich werde versuchen hin und wieder eine ganze Nummer dahingehend zu bearbeiten, wo "Katholisch" bzw. klare Bezüge zum Katholischen vorkommen

So bekomme ich eine nachvollziehbare Grundlage um Schlüsse daraus ziehen zu können. Es geht mir hierbei gar nicht so sehr um etwas wissenschaftlich wasserdichtes, empirisches fundiertes. Auch ist dieser Ansatz kein theologischer oder philosophischer. Es ist für mich ein dem Dialog der Liebe und dem Dialog der Wahrheit weit untergeordneter Aspekt der Ökumene. Ich will einfach etwas mehr erkunden in wie weit das "Katholische" im Evangelischen Selbstverständnis, in der Evangelischen Lebenswelt präsent und präsentiert wird.

Extra gekennzeichnet sind Erwähnungen der Katholischen Kirche in ökumenischen Zusammenhang mit (Ö)

Erste Analyse aus der ersten durchgearbeiteten ideaSpektrum Ausgabe:

Es werden hauptsächlich Katholische Bischöfe zitiert und erwähnt.
drei Zitate:
Bischof Joachim Wanke (Erfurt)
Kardinal Woelki (Berlin)
Bischof Jaques Gaillot (Paris)
sowie: Bischof Franz-Peter Tebeatz-van Elst, Erzbischof Werner Thissen.
Bemerkenswert: Alle fünf Bischöfe kommen in positiven Zusammenhang vor.
Ebenso mit den beiden anderen Katholischen Persönlichkeiten, die erwähnt werden:
der katholische Verleger Bernhard Meuser präsentiert die Erfolgsgeschichte YouCat,
Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haselhoff, ist einer Meinung mit Luther Botschafterin Käßmann.
Es werden keine Theologen bzw. Leiter von Gremien und Aktionen erwähnt oder zitiert.

Die Ökumene kommt vier mal vor. Drei mal davon positiv bewertet.

Nur zwei von 14  Meldung sind dezidiert negativ: Die Behauptung, zölibatäre katholische Priester seien Weltfremd auf S.33: Allerdings ist das als Meinung eines Teilnehmers gekennzeichnet und nicht Meinung der Herausgeber von idea.
Und der Leserbrief zur von EKD-Ratsvorsitzenden Schneider empfohlenen Teilnahme an der Heilig-Rock Wallfahrt.
Und dann ist noch der sehr gute und auch unterhaltsame Bericht von der Atheisten Tagung, die natürlich einige oberflächliche Breitseiten gegen Christen allgemein und speziell die Katholische Kirche beinhaltet.
Screenshot www.idea.de vom 5.Juni 2012



Einzelbelege:

idea Spektrum Nr.22. 31.Mai 2012

S.7 Rubrik zitiert: "Es schmerz mich, das Kinder in Erfurt nicht das Gleichnis vom barmherzigen Vater kennen. Und dass ein Thüringer einmal vor Gottes Angesicht tritt und sagt: "Lieber Gott, ich hab nie was von dir gehört. Erstaunlich, dass es dich gibt." Da sind wir als Kirche gefragt. Das ist für mich Aufbruch!"
Der katholische Bischof Joachim Wanke (Erfurt) beim Katholikentag

sowie in gleicher Rubrik:
"Ich bin Konservativ. Weil ich das Konservativsein nicht als etwas Negatives ansehe, sondern als etwas Notwendiges. Wir müssen die Ursprünge und Quellen bewahren, aus denen wir leben. Diese Quellen zu pflegen, sie von allen Entstellungen zu reinigen und hieraus auch die Antworten zu finden, um die Probleme von Gegenwart und Zukunft zu lösen - in diesem Sinne würde ich mich als einen Konservativen bezeichnen. Als einen, der um die Ursprünge weiß und er aus diesen Ursprüngen leben will"
Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki in der "Welt am Sonntag". Mit 55 ist er einer der jüngsten Kardinäle der römisch-katholischen Kirche
EB Woelki's Zitat wird extra in einem farblich unterlegten Kästchen präsentiert.
S.8(Ö) 65.000 feierten Pfingsten unter freiem Himmel
"Zum ersten Ökumenischen Inseltag rund um den Chiemsee kamen rund 2.300 Protestanten und Katholiken"

S.10 Bücher und Zeitschriften haben Zukunft, wenn sie sich mit dem Intenet verbinden.
"Erfolg: Jugendkatechismus - Youcat spielt auf vielen Kanälen. Als ein Beispiel für die gleichzeitige Nutzung verschiedener Medien stellte der katholische Verleger Bernhard Meuser, Leiter der Augsburger Mediengruppe Sankt Ulrich Verlag, den Jugendkatechismus YouCat vor...(ein ganzer Absatz mit einigen Zahlen über die Erfolge des Youcat)...Dieser katholische Katechismus habe sich - wie idea . zu einer "Marke" entwickelt. Auch im Protestantismus wird an einem Jugendkatechismus gearbeitet, wie auf der idea-Mitgliederversammlung mitgeteilt wurde."

S.14 Deutschland braucht "bekennende Christen"
"Hörstinger zitierte den katholischen Bischof Jaeques Gaillot (Paris) mit den Worten: "Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts."

S.17 (Ö) Das Reformationsjubiläum ist eine "große missionarischen Chance"
"Sie [Käßmann] warb erneut dafür, dass Protestanten und Katholiken gemeinsam der Reformation gedenken. ... Käßmann traf sich in Witenberg auch mit dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haselhoff (CDU). Der Katholik führte die Theologin zu zentralen Plätzn der Reformation...plädierte Haselhoff ebenso dafür, das Jubiläum ökumenisch zu begehen. Angesichts der niedrigen Mitgliederzahlen der Kirchen in der Region könne man sich keine Überlegungen leisten, "ob evangelisch oder katholisch gefeiert wird."

S.25 "Wir haben viel Angst" (Kasten zu: Die Christuskaste verändert Indien)
"...;die heute 23-Jährige besuchte die katholische Kirche." (die junge Frau musste wegen Christenverfolgungen Flüchten und bekommt nun "ein Stipendium für eine Lehrstell im Emmanuel-Krankenhaus in Kondalaagraharam, das vom "Kinderheim Nethanja Narsapur/Christliche Mission Indien" betrieben wird.
"sie besuchte die katholische Kirche" erscheint mir als eigenartige, verzehrende Formulierung. War oder ist sie Katholiken, oder besuchte sie "nur" die katholische Kirche.
S.26 f."Guten Morgen, liebe Heiden!" (Bericht von einer atheistischen Tagung"
"Während zu Kirchen- und Katholikentagen Zehntausende pilgern, sind zum "Atheistentag nach Köln nur 200 bekennende Gottlose gekommen."
"Und Adolf Hitler? Der gehörte doch der katholischen Kirche an. Doch selbst wenn er Atheist gewesen wäre, beweise das gar nichts, so Mihr. Denn Hitler sei doch auch Vegetarier oder Nichtrauer gewesen."
"Papst Benedikt XVI. attestierte er eine "schwerwiegende Form von Wahnsinn"

S.31 (Ö) Ein Himmel für den Hessentag.
"Erstmals treten die beiden großen Kirchen des Landes gemeinsam auf dem Fest auf - unter dem Leitwort "Über uns - Ein Himmel für den Hessentag". "Ihr Programm knüpft an die lange Ökumene in der Stadt an: Seit der Reformation wird der Dom von Protestanten und Katholiken genutzt."
"Den Auftakt bildet am 1.Juni ein ökumenischer Gottesdienst im Dom mit dem EKD-Ratsvorsitzenden und rheinischen Präses, Nikolaus Schneider, sowie dem katholischen Bischof Franz-Peter Tebeatz-van Elst.

S.33 Ist das EKD-Pfarrdienstgeetz "von gestern"?
Das Dienstrecht sei "ideologisch und verletzend". Werde es angenommen, "werden wir die Menschen genauso wenig erreichen wie ein katholischer Priester im Zölibat, weil wir nicht mehr über genügend Lebenserfahrung verfügen". Theologisch konservative Delegierte bezeichneten hingegen die Bestimmung [Ehe als Leitbild] zur Lebensführung als sinnvoll und biblisch begründet.

Hamburg: Pastor wird Priester
"Ein früherer evangelischer Pastor ist katholischer Priester geworden. Der 55 Jahre alte Hans Janßen wurde am 26.Mai in Hamburg von Erzbischof Werner Thissen in sein neues Amt eingeführt. Janßen war 20 Jahre lang Pastor in Bremen und Ostfrießland. Vor 4 Jahren trat er wegen unterschiedlicher Auffassungen über das Abendmahl mit seiner Frau zum Katholizismus über. Vom Zölibat ist er befreit."

S.38 Diakonie kritisiert die Soenden von der Heiler-Nacht
"Sie [Aktion Lichtblicke] wird gemeinsam getragen von den katholischen Caritasverbänden, der Diakonie Rheiland-Westfalen-Lippe,45 Lokalradios und radio NWR"

S.50 f. Leserbriefe
(Ö) Unter gelebter Ökumene verstehe ich etwas anderes!
"Dass er [EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider] sich aber für eine Teilnahme evangelischer Christen an der Heilige-Rock-Wallfahrt ausgesprochen hat, enttäuscht mich! Ich wage zu bezweifeln, ob Frau Käßmann die Teilnahme an dieser Veranstaltung, bei der man auch Ablass erwerben konnte, empfohlen hätte.....Wann kommt das gemeinsame Abendmahl?"
Käßmann fordert auf S.17 jedenfalls eine ökumenische Feier des Reformationsjubiläums
Wie steht es um die charismatische Bewegung?
"In Kirche und Gesellschaft gibt es ein allgemeines Krisenbewusstsein. so geht es auch in Ausgabe 21/2021 von ideaSpektrum um die Krise bei den Charismatikern, die Krise bei den Katholiken, die Krise in der evangelischen Volkskirche...Als Christen sollten wir uns bewusst machen, dass das Wort "Krisis" im Neuen Testament das Gericht bezeichnet - vor allem das Gericht Gottes am jüngsten Tag...."

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